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Wiederkehrende Fragen aus unserem Wirkungskreis:


Wann kann nach der Beisetzung die Grabstelle erstmalig besucht werden?

Wozu dient der Grabhügel und wann sollte er abgetragen werden (Setzzeit)?

Gibt es Einschränkungen hinsichtlich der Grabmalgestaltung?

Gibt es Einschränkungen hinsichtlich der gärtnerischen Gestaltung?

Wie hoch dürfen Pflanzen auf der Grabstelle wachsen?

Warum sackt die Grabstelle ein?

Warum stehen so viele Grabsteine schief?

Wer sorgt für die Standsicherheit der Grabmale?

Wie steht es um die Sicherheit der Träger?

Warum haben manche Grabstellen keine Zuwegung?

Wozu ist eine Einfriedung um den Friedhof herum?

Wie verläuft eine Umbettung?

Wie wird ein Grabfeld belegt?

Welches Maß gilt als vorgeschriebene Grabtiefe?

Sind seitens der Friedhofsverwaltung besondere Vorkehrungen für den Einsatz des Friedhofsbaggers zu treffen?

Welchen Einfluss hat ein Wassereinbruch infolge starker Niederschläge oder Schneeschmelze auf die Beisetzung?

Welche Auswirkungen hat Dauerfrost auf die Erdarbeiten (Frostgräber)?

Welche Auswirkungen hat eine Trockenperiode auf die Erdarbeiten?

 


 

Wann kann nach der Beisetzung die Grabstelle erstmalig besucht werden?

Im Regelfall ist die Grabstelle spätestens 3½ Stunden nach dem Beginn der Trauerfeier besuchsfertig hergerichtet. Nehmen Sie sich danach einfach soviel Zeit, wie Sie gerade benötigen.

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Wozu dient der Grabhügel und wann sollte er abgetragen werden (Setzzeit)?

Der aufgeschüttete Grabhügel unterstützt einen Setzvorgang, der mehr als 2 Monate andauern kann. Dieser Setzvorgang ist zur Reduzierung späterer Nachsackungen unerlässlich. Der genannte Zeitraum variiert in Abhängigkeit zu Bodenbeschaffenheit und Wetterlage. Allgemein begünstigt Regenwetter die Situation, während sich Trocken- oder Frostperioden zeitverzögernd auswirken. Sobald der Setzvorgang abgeschlossen ist, kann der Grabhügel abgetragen werden. Zu erkennen ist dies daran, dass sich die Volumenreduzierung des Grabhügels eingestellt hat. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich weiterhin abzuwarten. Während der Setzzeit erfüllt der Grabhügel einen weiteren Zweck durch die vorübergehende Aufnahme der Kranz- und Blumenspenden aus der Trauerfeier. Nach dem Ablauf der Setzzeit richten wir Ihnen die Grabstelle gern pflanzbereit her. Nehmen Sie dazu ggf. hier Kontakt mit uns auf.

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Gibt es Einschränkungen hinsichtlich der Grabmalgestaltung?

Prinzipiell unterliegt die Art der Grabmalgestaltung dem Wohlwollen der Friedhofsverwaltung. Orientieren Sie sich deshalb bei Ihren Planungen an dem existierenden Gesamtbild des Friedhofes. Nutzen Sie den vorhandenen Gestaltungsspielraum, um der Ruhestätte ein würdiges und individuelles Erscheinungsbild zu verleihen. Mit den Arbeiten sollte nicht vor Ablauf der ↑Setzzeit begonnen weden.

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Gibt es Einschränkungen hinsichtlich der gärtnerischen Gestaltung?

Nicht zu empfehlen sind grundsätzlich solche Maßnahmen, die eine witterungsbedingt gute Durchfeuchtung/Durchlüftung des Bodens nachteilig beeinflussen und somit eine ruhefristverlängernde Wirkung entfalten. Derartige Maßnahmen sind ohnehin durch die meisten Friedhofssatzungen untersagt. Wir empfehlen daher die Vermeidung jeder Art der Flächenversiegelung mit Folien, Grabplatten, Pflasterungen usw. Ansonsten sind Sie weitgehend frei in Ihren Entscheidungen. Mit den Arbeiten sollte nicht vor Ablauf der ↑Setzzeit begonnen weden. In den Folgejahren kann auch die übermäßige Wässerung eine ruhefristverlängernde Wirkung entfalten. Achten Sie bitte stets hierauf, indem Sie beim Gießen eine unnötige Sättigungstiefe des Bodens mit Wasser vermeiden.

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Wie hoch dürfen Pflanzen auf der Grabstelle wachsen?

Allgemein sollten keine Pflanzen auf den Gräbern höher gewachsen sein als etwa Augenhöhe. Näheres zur Höhenbegrenzung regelt die jeweilige FriedhofssatzungAuskunft erteilt die zuständige
Friedhofsverwaltung auf Anfrage
.

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Warum sackt die Grabstelle ein?

Zu Beginn der Grabverfüllung können Lufteinschlüsse im Bereich der unteren Sarghälfte nicht gänzlich vermieden werden. Darüber hinaus ist eine Verdichtung der Verfüllung nicht zulässigNäheres hierzu siehe Bestattungswesen

Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes GmbH
Ausgabe 1990
, da dies die gute Durchlüftung des Bodens beeinträchtigen und somit eine ruhefristverlängernde Wirkung entfalten würde. Zugleich wird die Verwendung technischer Hilfsmittel zur Verdichtung der Grabverfüllung als pietätlos erachtet. Durch die Wetterlage begünstigt kann in Ausnahmefällen bereits wenige Monate nach der Beisetzung die erste Einsackung zu erkennen sein. Weitere Nachsackungen können in unregelmäßigen Abständen folgen, so dass gelegentlich Erde nachzufüllen ist. Sollten Sie dabei Hilfe benötigen, dann sprechen Sie uns bitte ungezwungen an. Allgemein gilt: Je stärker die ↑Setzzeit Beachtung findet, desto geringer fallen die Nachsackungen aus. Die meiste Erde wird allerdings dann benötigt, wenn der Sarg etliche Jahre nach der Beisetzung die Erdlast nicht mehr tragen kann und infolgedessen weiteren Hohlraum freigibt.

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Warum stehen so viele Grabsteine schief?

Auf einem Friedhof ist das Erdreich ständig in Bewegung. Eingelassene Fundamente bewegen sich entsprechend mit. Solange die StandsicherheitNäheres hierzu s. UVV (VSG 4.7)

Unfallverhütungsvorschrift der
SVLFG
Stand: April 2010
gewährleistet ist, gibt es diesbezüglich keine Bedenken.

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Wer sorgt für die Standsicherheit der Grabmale?

Im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Gefahrenabwehr steht der Friedhofsverwaltung mindestens eine jährliche Überprüfung der Standsicherheit von Grabmalen zu. Meistens wird diese Überprüfung am Ende der Frostperiode durchgeführt. Wird dabei ein Mangel festgestellt, dann kann die weitere Prozedur in eine Warnkennzeichnung oder unmittelbare Gefahrenbeseitigung münden. Es ist üblich, dass der gesamte Vorgang entsprechend protokolliert wird. Anschließend erfolgt bei Bedarf die Benachrichtigung der/des Nutzungsberechtigten, welche(r) für Abhilfe zu sorgen hat. Zusätzlich können Sie auch jederzeit selbst die Standsicherheit ihres Grabmals prüfen, indem Sie eine kurze „Rüttelprobe” durchführen. Achten Sie dabei bitte auf die erforderliche Sicherheit im Gefahrenbereich und die notwendige persönliche Schutzausrüstung.

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Wie steht es um die Sicherheit der Träger?

Auf dem Friedhofsgelände liegt die allgemeine Zuständigkeit für die Verkehrssicherheit bei der Friedhofsverwaltung. Indessen liegt die Sicherheit der Umrandung um die Absenkstelle herum - bestehend aus Sicherheitslaufrosten - in der Verantwortung des Grabmachers. Die Arbeiten zur Graböffnung sind erst dann als abgeschlossen zu betrachten, wenn alle offensichtlichen und potentiellen Gefahren für die Trägern im betreffenden Zuständigkeitsbereich beseitigt sind. Erfolgt die Graböffnung in der Nähe eines Grabmalfundamentes oder wird dieses sogar teilweise freigelegt, dann kann dies die Standsicherheit des Grabmals nachteilig beeinflussen, was eine Entlastung des Fundamentes erforderlich machen kann. Ist dies der Fall, dann ist das Grabmal zu entnehmen und vorübergehend zwischenzulagern. Darüber hinaus muss auch bei widrigsten Bedingungen die Rutschfestigkeit und die Trittsicherheit für die Träger gegeben sein. Hier setzen wir aufbauend auf die Unfallverhütungsvorschriften der Versicherungsträger mit unseren Erfindungen neue Maßstäbe.

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Warum haben manche Grabstellen keine Zuwegung?

Infolge des Bevölkerungswachstums sind einige Friedhöfe vor mehreren Jahrzehnten an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Dort, wo dies der Fall war, mussten vereinzelt Wege zugunsten neuer Grabflächen geopfert werden. Betroffen waren insbesondere die Bereiche um alte Kirchen herum. Später sind im Zuge einer Dezentralisierung andernorts weitere Friedhöfe entstanden, doch eine Rückbildung der geopferten Wege hat meistens nicht stattgefunden. Um in den Problemzonen für Abhilfe zu sorgen, müsste man aneinander liegende Grabstellen gezielt so auslaufen lassen, dass hierdurch die fehlenden Zuwegungen entstünden. Dies ist ein langwieriger Prozess und obliegt der jeweiligen Friedhofsverwaltung. Jüngere Friedhöfe haben dieses Problem in der Regel nicht, da diese über ein funktionales WegesystemNäheres hierzu siehe Bestattung in Deutschland

Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes GmbH
Ausgabe 2007
verfügen.

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Wozu ist eine Einfriedung um den Friedhof herum?

Die Einfriedung dient neben der räumlichen Abgrenzung in erster Linie der Vermeidung von Schäden durch Wild. Solche Wildschäden reichen von abgeknabberten Blüten bis hin zu flächendeckenden Sachbeschädigungen und Verwüstungen. Auf einigen Großfriedhöfen mussten sogar schon Wildschweine bejagt werden. Aber auch Kleinwild kann einen erheblichen Schaden anrichten.

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Wie verläuft eine Umbettung?

Jede Umbettung ist genehmigungspflichtigNäheres hierzu ist in den Gesetzen und Verordnungen
des jeweiligen Bundeslandes verankert, z.B.
Niedersächsisches Bestattungsgesetz
in der Fassung vom 8. Dezember 2005
. Anhand der Begründung im Antrag wird abgewogen und entschieden - Formblätter oder Musteranträge existieren nicht. Jeder Antrag mündet in eine Einzelfallentscheidung, die im Abwägungsprozess den Ermessensspielraum des zuständigen Sachbearbeiters berührt. Nach dem Erhalt eines positiven Bescheides kann unter Einbeziehung der beteiligten Friedhofsverwaltungen sowie unter Berücksichtigung eventueller Auflagen die Freilegung und Bergung durchgeführt werden. Darauf folgt die Überführung mit anschliessender Wiederbeisetzung zu Land oder zur See. Dabei ist eine abgestimmte Logistik unter Einbeziehung von Geberruhestätte und Nehmerruhestätte unerlässlich. Eine vorhandene Grabmalgestaltung kann ggf. übernommen werden. Wir sind bei der Antragstellung und Durchführung gern behilflich.

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Wie wird ein Grabfeld belegt?

Die überwiegende Anzahl der Friedhöfe ist in Orientierung an die Ost-West-Achse beplant und angelegt worden. Dieser Ausrichtung liegt der Wunschgedanke zugrunde, gebettet in Richtung Osten blicken zu wollen. Die aufgehende Sonne hat geschichtlich schon immer eine bedeutende Rolle gespielt - so auch hier. Folgerichtig liegt der Mann links neben der Frau bei Blick in Richtung Osten. Allerdings ist dies nicht gesetzlich geregelt, es kann deshalb örtlich zu Abweichungen kommen.

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Welches Maß gilt als vorgeschriebene Grabtiefe?

Hierzu gibt es keine einheitliche Regelung. Sofern die jeweilige Friedhofssatzung nichts anderes vorgibt, empfehlen wir etwa 90 cm als Abstand zwischen Geländeoberfläche und Sargoberkante. Für die Grabtiefe addiert sich die Sarghöhe hinzu. Särge sind unterschiedlich hoch, so dass das resultierende Ergebnis dementsprechend variiert. Zusätzlich sind eventuell vorhandene Geländeunebenheiten in Grabnähe zu berücksichtigen. Somit sind Grabtiefen in einem Bereich zwischen 1,40 und 1,70 m zu erwarten. Ausschlaggebend bleibt jedoch der Abstand zwischen Geländeoberfläche und Sargoberkante nach dem Abschluss aller Arbeiten. Handelt es sich um Urnengräber, dann empfehlen wir ein Maß von 50 bis 60 cm zwischen Geländeoberfläche und Urnenoberkante nach dem Abschluss aller Arbeiten.

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Sind seitens der Friedhofsverwaltung besondere Vorkehrungen für den Einsatz des Friedhofsbaggers zu treffen?

Nein. Jeder Friedhof sollte so angelegt sein, dass die sicheren Trägerwege des funktionalen WegesystemsNäheres hierzu siehe Bestattung in Deutschland

Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes GmbH
Ausgabe 2007
bis an die jeweilige Absenkstelle heran reichen. Dort, wo dies der Fall ist, haben auch wir ausreichend Platz zur Verfügung. Sollte es einmal „eng“ werden, dann ist eine vorübergehende Überwegung von Nachbargrabstellen in Erwägung zu ziehen. Wir sind stets bemüht darauf zu achten, dass Nachbargrabstellen nur geringstmöglich in Mitleidenschaft gezogen werden.

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Welchen Einfluss hat ein Wassereinbruch infolge starker Niederschläge oder Schneeschmelze auf die Beisetzung?

Wenn nach einem beträchtlichen Wassereinbruch ein Pegelstand im geöffneten Grab zu erkennen ist, dann kann unmittelbar vor der Beisetzung mit einer Trockenlegung für Abhilfe gesorgt werden. Zusätzlich kann bei Bedarf eine Sohlenabdeckung erfolgen.

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Welche Auswirkungen hat Dauerfrost auf die Erdarbeiten (Frostgräber)?

Die Erdarbeiten werden bei Dauerfrost insgesamt aufwendiger. Daher zahlt sich eine kostensparende Bodenenteisung im Vorlauf zur Graböffnung bereits ab ca. 10 cm Frosttiefe aus. Die spätere Grabverfüllung ist von der Sohle bis zur Oberfläche in Abschnitten durchfrostet. Die Dauer der ↑Setzzeit verlängert sich dadurch erheblich. Es empfiehlt sich, die Abtragung des Grabhügels entsprechend aufzuschieben.

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Welche Auswirkungen hat eine Trockenperiode auf die Erdarbeiten?

Bleiben die Niederschläge über einen längeren Zeitraum aus, dann kann der Grabhügel nicht die sonst übliche Form erhalten, da er im ausgetrockneten Zustand zerfällt. Darüber hinaus entfaltet der Setzvorgang erst dann seine durchgängige Wirkung, wenn die Grabverfüllung witterungsbedingt wieder vollständig durchfeuchtet ist. Die Dauer der ↑Setzzeit verlängert sich dadurch erheblich. Es empfiehlt sich, die Abtragung des Grabhügels entsprechend aufzuschieben.

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Weitere Fragen richten Sie bitte an info@friedhofmeisterei.de

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